Änderungen des ADR 2017

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Gefahrgut richtig und sicher verpacken: ein kurzer Überblick
12. Mai 2017
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ADR 2017

brennendes Gefahrgut

Änderungen des ADR 2017: kurzer Überblick zu Neuerungen

Etliche Änderungen modernisieren den „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“ kurz ADR- die europäische Vereinbarung zum internationalen Gefahrguttransport auf Strassen. Die Neuerungen ADR 2017 betreffen Festlegungen, Fachbegriffe und zusätzliche Produkte am Markt.

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ADR 2017 es gibt neue schriftliche Weisungen!

Im Zuge der Neuerungen ADR 2017 wurden die schriftlichen Weisungen modifiziert. Der neue Gefahrzettel Nr. 9A wurde hinzugefügt. Somit verlieren die bestehenden schriftliche Weisungen Ihre Gültigkeit und müssen durch die neue Auflage ersetzt werden.

Grundsätzliches zu den schriftlichen Weisungen ADR 2017:

  • Die schriftlichen Weisungen sind vom Beförderer für die Fahrzeugbesatzung bereitzustellen.
  • Die Fahrzeugbesatzung muss diese Informationen lesen und verstehen können.
  • Der Beförderer muss sicherstellen, dass jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung diese schriftliche Weisung versteht und in der Lage ist, diese Weisungen ordnungsgemäss ausführen zu können.
  • Vor Fahrantritt muss sich jedes Mitglied der Fahrzeugbesatzung über die zu befördernden gefährlichen Güter informieren, um in Falle von Unfällen oder Unregelmässigkeiten die Massnahmen aus der schriftlichen Weisung anwenden zu können.
  • die schriftlichen Weisungen müssen zwingend komplett in Farbe ausgedruckt und zusammengeheftet werden. Eine Schwarz-Weiss-Kopie ist nicht zulässig

Beförderer, externe Gefahrgutbeauftragte: Pflichten und neue Begriffe ADR 2017

„Gefahrenkennzeichnungen“ meint jetzt das Befestigen von Grosszetteln (Placards). „Kennzeichnungen“ heisst ab sofort „Kennzeichen“ und meint Tafeln in orange, Zahlen, Buchstaben, Grafiken und sonstige Symbole.

Das ehemalige „Gerät“ lautet jetzt „Gegenstand“. „Fahrzeug“ und „Wagen, „Container“, „Tankcontainer“ und „ortsbeweglicher Tank“ sowie „MEGC“ heissen jetzt alle „Güterbeförderungseinheit“ („CTU“).

„Kraftstoff“ heisst jetzt „Brennstoff“. So lässt sich auch Brennstoff freistellen, der nicht der Bewegung des Fahrzeugs dient. Dies betrifft Stoffe, die der Klimatisierung und weiterem Komfort dienen.

Der Beförderer muss prüfen, ob verordnete Ausrüstung für alle Mitfahrer im Fahrzeug ist. Er muss ihnen auch die ADR-Vorschriften geben. Neue Anforderungen gelten zudem für gewöhnliche und elektronische Prüfungen von externen Gefahrgutbeauftragten (Sicherheitsberater).

Behälter und Verpackungen – Laden und Handhaben

Die Änderungen im ADR 2017 drehen sich besonders um Vorschriften zu Behältnissen. So gelten zum Beispiel neue Prüfungsvorschriften zur Dichtheit. Ausserdem erlauben sich grössere Druckgefässe zur Bergung. Weiter lassen sich grössere Verpackungen statt Bergungsverpackungen nutzen.

Verpackungen explosiver Stoffe dürfen jetzt kleine Metallmengen enthalten. Sondervorschriften regeln Gefahrguttransporte von maximal 100 Lithiumzellen bzw. -batterien (auch Prototypen).

Kleinere Kennzeichen sind im ADR 2017 gestattet – als Ausnahme gelten Grosszettel, falls alle Tankcontainer-Abteile bzw. mobile Tanks denselben Grosszettel tragen müssen. Zudem braucht es das Enddatum der wirklichen Haltezeit von Tankcontainern für Flüssiggase, auch die Prüfungen und Bauvorschriften der Transportbehältnisse.

Weiter greifen im ADR 2017 einfachere Verfahren zur Behälterzulassung für Radioaktives. Für Schüttgüter existiert jetzt BK 3 als Kategorie.

Unter Bedingungen lassen sich Ammoniumnitrat und Sprengstoff gemeinsam laden: Eine Höchstmenge Sprengstoff darf in EX/II bzw. III fahren. Weiter kennzeichnet das Umschliessungsrisiko die Fahrzeuge und Container mit schäumbaren Polymeren.

Abhängig von Art und Menge des Fahrzeug-Kraftstoffs müssen Beförderungspapier und -kennzeichnung vorliegen. Speziell dürfen Tanks jetzt auch Erdgas enthalten. Zulassungsbescheinigungen ändern sich zu Kraftstofftanks entsprechend den jeweiligen ECE-Regelungen. Weiter entfallen OX-Fahrzeuge.

Auswirkungen der Änderungen im ADR 2017

Verkehrssicherheit und Umweltschutz leiden nicht unter den Neuerungen ADR 2017. Erleichterte Tunnelnutzung für manche Stoffe ohne Tunnelgefahren verbessert zudem Versorgungsfahrten für Medizinkunden. Entsprechendes gilt für umweltgefährdende Güter. Ein neu vorgeschriebener Gefahrzettel für Lithiumbatterien von E-Fahrzeugen bedeutet allerdings mehr Aufwand.

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Stoffe und Tiere ADR 2017

Absender dürfen bestimmte Stoffe auf neue Art klassifizieren. Solche Zuordnungen, falls im Einzelfall erlaubt, bestätigt eine Behörde schriftlich. Ausserdem sind manche viskosen Flüssigkeiten, entzündlich oder umweltgefährdend, jetzt frei von ADR-Vorschriften.

Manche polymerisierenden Stoffe erhalten eigene UN-Nummern – für stabilisierte und temperaturkontrollierte Stoffe, ob fest oder flüssig.

Neues gilt im ADR 2017 auch für die Temperaturmessung bei sich selbst beschleunigender Polymerisierung: Die Messung verläuft jetzt wie bei selbstbeschleunigender Zersetzung. ADR-Änderungen erklären speziell die Temperaturmessung bei nicht mehr stabilen Stoffen. Weiter nennen die Neuerungen bestimmte Notmassnahmen: Diese verhindern Polymerisieren von einigen instabilen Gasen.

Mit Absicht infizierte Tiere (lebend) gehören jetzt zur Klasse 6.2. Für andere lebende, infizierte Tiere gelten Vorschriften der entsprechenden Länder (Ursprung, Transit, Ziel).

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1 Comment

  1. Ursula burger sagt:

    Kompliment Sandro das ist eine tolle Zusammenfassung.
    Lg von Meeresburg.

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