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ADR Zusammenladeverbot – Tipps vom Gefahrgutbeauftragten

Zusammenladeverbot ADR

Vorschriften des ADR kennen und einhalten – mit Hilfe einer Gefahrgutberatung

Der Transport von Gefahrgütern im Straßenverkehr birgt viele Risiken. Bei Unfällen können nicht nur Personen verletzt und Sachwerte beschädigt werden, hier drohen je nach Art des Transportgutes auch erhebliche Umweltbeeinträchtigungen. Verseuchungen von Boden und Grundwasser oder grosse Beschädigungen durch Explosionen seien hier nur beispielhaft genannt. Zum Schutz der Bevölkerung und der Umwelt wurde daher das „Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“ (ADR) geschlossen, das auch in der Schweiz gilt. Alle Fahrer von Lastkraftwagen, die gefährliche Güter transportieren, müssen eine ADR- Schulungsbescheinigung vorweisen können. Unternehmen, die diese Transporte organisieren, sind zur Benennung eines externen Gefahrgutbeauftragten verpflichtet.

Ein externer Gefahrgutbeauftragter kennt sich bestens aus

Die ADR ist in den letzten Monaten überarbeitet worden. Die neue Fassung gilt seit dem Januar 2017. Übergangsfristen sind inzwischen ausgelaufen. So wurde zum Beispiel das Verzeichnis der gefährlichen Güter erweitert und polymerisierende Stoffe in die Gefahrgutklasse 4.1 aufgenommen. Eine Gefahrgutberatung, die ein externer Gefahrgutbeauftragter regelmäßig im Unternehmen durchführt, umfasst sowohl die Information über Neuerungen der Gesetzte als auch die Schulung der Mitarbeiter in Speditionen und anderen Transportunternehmen. Die mit ihm entwickelten Arbeitsanweisungen und Checklisten helfen bei der vorgeschriebenen Dokumentation der relevanten Vorgänge. Im täglichen Prozess gibt es zum Beispiel immer wieder Fragen, welche Güter zusammen verladen werden dürfen und welche nicht.

ADR 7.5.2 – Zusammenladeverbote

Dass explosive Stoffe nicht zusammen verladen werden dürfen, ist sicherlich für jeden noch nachvollziehbar. Doch auch andere Güter, vor allem Chemikalien, dürfen aus Vorsichtsgründen nicht gemeinsam transportiert werden. Bei einem Unfall könnten ihre Transportbehälter beschädigt werden – austretende Flüssigkeiten oder auch Dämpfe könnten dann chemische Reaktionen hervorrufen, die von aussen nicht sichtbar und auch nicht kontrollierbar sind. Unfallbeteiligte, Rettungskräfte und andere Personen sind dadurch grossen Gefahren ausgesetzt, auch Umweltbeeinträchtigungen sind nicht ausgeschlossen. Für die schnelle Beurteilung der Gefahrgüter sind sie daher mit einer einheitlichen Beschriftung versehen, den sogenannten „Gefahrgutzetteln“. Je nach Gefährlichkeit werden die Waren ausserdem in Gefahrgutklassen eingeteilt. Die ADR schreibt nun in ihrer Regel 7.5.2 vor, dass Gütern mit unterschiedlichen Gefahrgutklassen nicht gemeinsame transportiert werden dürfen – ausser, es wird ausdrücklich erlaubt. Die ADR veröffentlicht gleichzeitig tabellarische Übersichten, welche Gefahrgüter verträglich sind und damit zu diesen Ausnahmen zählen.

ADR 7.5.4 – Vorsichtsmassnahmen bei Nahrungs-, Genuss- und Futtermitteln

Beim Transport von Lebensmitteln oder Futterstoffen gelten besondere Vorsichtsmassnahmen. Gefahrgüter, die für Menschen und Tiere gefährlich werden könnten, unterliegen bei der Handhabung der Sondervorschrift CV. Auf ihren Gefahrgutzetteln wird darauf hingewiesen. Solche Güter (meist sind es Medikamente oder ähnliche Stoffe) oder auch deren leere, ungereinigte Verpackungen dürfen nicht übereinander gelagert oder ineinander gestapelt werden. Werden sie gemeinsam verladen, müssen sie räumlich getrennt werden.

ADR 7.5.5 – Begrenzung von Transportmengen

Um die Gefahren durch Transporte zu minimieren, wird die Menge bei Gefahrgütern gesetzlich beschränkt. Das betrifft sowohl explosive Stoffe, Gegenstände mit Explosivstoffen, organische Peroxide als auch Stoffe der Gefahrgutklasse 4.1. Hier sind zu den selbstentzündlichen Produkten im Jahr 2017 auch die polymerisierenden Stoffe hinzugekommen. Neben der Bestimmungen zu den Höchstmengen, die befördert werden dürfen, sind auch behördliche Meldepflichten festgehalten.

Transportunternehmen sind verantwortlich für die Einhaltung der Vorschriften

Das alles ist kompliziert – und daher ein Fall für eine ausführliche Gefahrgutberatung. Letztendlich sind die Unternehmen verantwortlich für die Einhaltung der Vorschriften für die Gefahrgutbeförderung. Sie haften für alle Schäden, die durch Fahrlässigkeit und Unachtsamkeiten in diesem Zusammenhang entstehen. Der externe Gefahrgutbeauftragte analysiert sämtliche Warenbewegungen in den Speditionen. Er vermittelt, wie Gefahrgüter schon bei der Auftragsannahme identifiziert werden können und gibt praktische Tipps bein der Handhabung dieser Stoffe. Dabei beurteilt er sowohl das Be- und Entladen als auch die Beförderung selbst. Seine Hinweise und Anweisungen schützen Fahrer und Unternehmen.

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