Gefahrgut richtig und sicher verpacken: ein kurzer Überblick

ADR 2017
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Transportblog über Gefahrgut

Gefahrgut transportsicher verpacken

Das sichere Befördern von gefährlichen Gütern stellt hohe Anforderung an die Beteiligten Personen und das eingesetzte Material. In diesem Transport Blog Beitrag beschäftigen wir uns mit dem verpacken von Gefahrgut.

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Anforderung an eine Gefahrgutverpackung

Jeder Transport von Güter stellt besondere Anforderungen an die Verpackung und das eingesetzte Beförderungsmittel. Abhängig von der Beschaffenheit und den Eigenschaften des zu transportierenden Gutes, unterscheiden sich die Anforderungen.

Transporte mit Gefahrgut müssen nicht nur unbeschädigt ans Ziel gelangen, sondern auch sichern. Beim Befördern von gefährlichen Güter entstehen Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt. Diese Gefahren gilt es mit absoluter Konsequenz zu minimieren.

Nicht jeder Stoff reagiert gleich oder birgt die selben Gefahren für Mensch und Umwelt. Diese Tatsache stellt sehr hohe und zugleich unterschiedliche Anforderungen und eine Gefahrgutverpackung.

Um die Sicherheit garantieren zu können, gibt es für jede Art von Gefahrgut amtlich geprüfte Verpackungen. Die für die Schweiz zuständige, höchste, amtliche Stelle, ist das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Das Prüfverfahren wird nach der Norm ISO16106:2008„Verpackung – Verpackungen zur Beförderung gefährlicher Güter“ durchgeführt.

Das Europäische Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (kurz ADR), gibt Auskunft bezüglich der Bau- und Prüfvorschriften für Verpackungen, Grosspackmittel und Grossverpackungen und Tanks. Jede zugelassene Verpackung muss mit einem UN-Symbol versehen sein, gefolgt von einem Buchstaben- und Zahlencode.

Versandstücke (zum Versand vorbereitete Verpackungen) dürfen die Nettomasse von 400 kg nicht überschreiten. Verpackungen für flüssige Stoffe (ohne IBC und LP) dürfen einen maximalen Fassungsraum von 450 Litern nicht überschreiten. Wenn diese Grenzwerte überschritten werden, gelten sie per Definition nicht mehr als Verpackungen.

 

Gefahrgutverpackungen für flüssige Stoffe, müssen vor der Verwendung auf Ihre Dichtheit geprüft werden.

Gefahrgutbeauftragter-Gefahrgut

Gefahrgutverpackung

Innenverpackung, Zwischenverpackung und Aussenverpackung

Als Innenverpackung versteht sich die eigentliche Produkte Verpackung. Beispielsweise werden 6 Haarspraydosen in eine zugelassene Gefahrgutverpackung Kiste aus Pape (Karton) verpackt. Die Dosen an sich, wird als die Innenverpackung bezeichnet. Die Kiste aus Pape bildet den sichtbaren äusseren Teil der Verpackung.

Anforderungen an die Innenverpackung

An die Gefahrgut Innenverpackung werden hohe Sicherheitsanforderungen gestellt. Sie unterliegen ebenso den Prüf- und Zulassungsbedingungen wie die restlichen Gefahrgutverpackungen. Eine der Anforderungen ist das verhindern von Produkteaustritt.

Materialien wie Glas, Porzellan, Steinzeug, Ton, Metall oder Kunststoff sind die Rohstoffe für Innenverpackungen.

Gefässe aus Kunststoff müssen eine Dicke von mindestens 0.2 mm aufweisen. Um den Bestimmungen zur Beförderung von flüssigen Stoffen gerecht zu werden. Gefahrgutverpackungen aus Kunststoff dürfen grundsätzlich nicht älter als 5 Jahren sein. Aus diesem Grund wird auf jede Gefahrgutverpackung aus Kunststoff der Herstellungsmonat und das Herstellungsjahr eingeprägt.

Jede Innenverpackung muss in eine sicher in eine Zwischenverpackung verpackt werden. Hohlräume sind mit Verwendung von Polstermaterial zu füllen. Die Zwischenverpackung wiederum wird in eine Aussenverpackung gelegt. Bei flüssigen Stoffen muss die Zwischenverpackung oder die Aussenverpackung genügen saugfähiges Material enthalten, um den gesamten Inhalt der Innenverpackung aufzunehmen.

Gefahrgutverpackung – Verpackungsarten Begriffserklärung 

Fass:

Zylindrische Verpackung aus Metall, Pappe, Kunststoff, Sperrholz oder einem anderen geeigneten Stoff. Der Boden ist flach oder gewölbt. Unter diesen Begriff fallen auch Verpackungen anderer Form. Beispiel runde Verpackungen mit kegelförmigem Hals oder eimerförmige Verpackungen. Nicht unter diesen Begriff fallen Holzfass und Kanister.


Feinstblechverpackung:

Verpackung mit rundem, elliptischem, rechteckigem oder mehreckigem Querschnitt (auch konisch). Weiter fallen auch Verpackung mit kegelförmigem Hals oder eimerförmige Verpackung aus Metall mit einer Wanddicke unter 0,5 mm (z.B. Weißblech) in diese Rubrik.  Der Boden kann flach oder gewölbt sein, mit einer oder mehreren Öffnungen. Sofern Sie nicht unter die Begriffsbestimmung für Fass oder Kanister fällt.


Grossverpackung Grosspackmittel:

Eine aus einer Aussenverpackung bestehende Verpackung, die Gegenstände oder Innenverpackungen enthält,

a) für eine mechanische Handhabung ausgelegt ist und

b) eine Nettomasse von mehr als 400 kg oder einen Fassungsraum von mehr als 450 Liter, aber ein Höchstvolumen von 3,0 m3; hat.


IBC:

siehe Grosspackmittel.


Kanister:

Verpackung aus Metall oder Kunststoff von rechteckigem oder mehreckigem Querschnitt mit einer oder mehreren Öffnungen.


Kiste:

Rechteckige oder mehreckige vollwandige Verpackung. Die kann aus Metall, Holz, Sperrholz, Holzfaserwerkstoff, Pappe, Kunststoff oder einem anderen geeigneten Werkstoff bestehen. Sofern die Unversehrtheit der Verpackung während der Beförderung nicht gefährdet wird, dürfen kleine Öffnungen angebracht werden. Beispielsweise um die Handhabung oder das Öffnen zu erleichtern.


Kombinations-IBC mit Kunststoff-Innenbehälter:

Ein IBC, der aus einem Rahmen in Form einer starren äußeren Umhüllung um einen Kunststoff-Innenbehälter besteht.  Er ist so ausgelegt, dass der Innenbehälter und die äußere Umhüllung eine untrennbare Einheit bilden. Die als solche gefüllt, gelagert, befördert oder entleert wird.


Kombinationsverpackung (Kunststoff):

Aus einem Kunststoffinnengefäß und einer Außenverpackung (aus Metall, Pappe, Sperrholz usw.) bestehende Verpackung. Nach dem Zusammenbau bilden Sie eine untrennbare Einheit. Mit der gelagert, transportiert, befüllt oder entleert werden kann.


Kombinationsverpackung (Glas, Porzellan oder Steinzeug):

Aus einem Innengefäss aus Glas, Porzellan oder Steinzeug und einer Aussenverpackung (aus Metall, Holz, Pappe, Kunststoff, Schaumstoff usw.) bestehende Verpackung. Wird dar Innengefäss mit der Aussenverpackung verbunden, bilden Sie eine untrennbare Einheit. Diese Einheit ist zum befüllen, lagern, befördern und entleeren geeignet.

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Gefahrgut Verpackungsgruppen

Gefahrgüter werden in drei Verpackungsgruppen eingeteilt, nämlich (römisch) I, II und III. Die Einteilung der Güter erfolgt, nach der vom Stoff auszugehender Gefahr. Gefahrgut mit einem hohen Gefahren Risiko werden der Verpackungsgruppe I zugeordnet. Gefahrgut von dem ein verhältnismässig geringes Risiko ausgeht ist in der Verpackungsgruppe III zugeordnet.

Verpackungsgruppe I = hohe Gefahr

Verpackungsgruppe II = mittlere Gefahr

Verpackungsgruppe III = geringe Gefahr

Gefahrgutverpackung – Gruppeneinteilung

Gefahrgutverpackungen werden wie das Gefahrgut in drei Gruppen unterteilt. Anders als beim Gefahrgut werden die Gefahrgutverpackungen in Gruppen mit Buchstaben (X,Y,Z) unterteilt. Eine Gefahrgutverpackung mit dem Buchstaben X ist für die Aufnahme von hohen Gefahren zugelassen. Ein Z bedeutet, dass die Gefahrgutverpackung nur zur Aufnahme von geringen Gefahren zugelassen ist. Mit einer Gefahrgutverpackung die für hohe Gefahren (X) zugelassen ist, können Güter der Verpackungsgruppe I,II und II befördert werden. Eine Z Gefahrgutverpackung kann nur Gefahrgüter der Verpackungsgruppe III aufnehmen.

X= Aufnahme von hohen Gefahren

Y= Aufnahme mittleren Gefahren

Z= Aufnahme von geringen Gefahren

 

Lithium Batterien verpacken

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UN-Code Erklärung

CodeBezeichnung der Verpackung
UN-SymbolUnited Nations (Vereinte Nationen)
4GUnited Nations (Vereinte Nationen)
YY steht für die Verpackungsgruppe II und III
4soviel darf das Packstück max. in kg Brutto wiegen
Ssolid - für Feststoffe oder für die Aufnahme von Innenverpackungen
2017Herstellungsjahr
CHLänderkürzel- hier wurde die Verpackung geprüft und zugelassen.
SwissTSPrüfstelle
4206786-BOUZulassungsnummer des Herstellers

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Umverpackung ADR 1.2.1

Als Umverpackung wird eine Umschliessung, die für die Aufnahme von einem oder mehreren Versandstücken und für die Bildung einer Einheit zur leichteren Handhabung und Verladung während der Beförderung verwendet wird bezeichnet.

Beispiel: mehrere Versandstücke werden auf einer Palette mit einer Schrumpffolie gesichert. Versandstücke die unter die Vorschriften ADR fallen, also Gefahrgut, dürfen mit Versandstücken die nicht unter der Regeln ADR stehen gemischt werden, sofern Sie nicht gegen das zusammenladeverbot oder andere Vorschriften verstossen.

Umverpackungen sind mit allen UN-Nummern, Gefahrzetteln und mit der Beschriftung „Umverpackung“ zu kennzeichnen. Ausgenommen alle Kennzeichen bleiben sichtbar. Zusätzlich müssen Umverpackungen mit den Hinweispfeilen „Oben“ an zwei gegenüberliegenden Seiten gekennzeichnet werden, sofern die die Hinweispfeile an den Versandstücken oder die Verschlüsse nicht sichtbar bleiben.

VerpackungsartWerkstoffKategorieCodeADR
1. FässerA. Stahlnicht abnehmbarer Deckel1A16.1.4.1
abnehmbarer Deckel1A2
B. Aluminiumnicht abnehmbarer Deckel1B16.1.4.2
abnehmbarer Deckel1B2
D. Sperrholz1D6.1.4.5
G. Pappe1G6.1.4.7
H. Kunststoffnicht abnehmbarer Deckel1H16.1.4.8
abnehmbarer Deckel1H2
N. Metall, außer Stahl oder Alu.nicht abnehmbarer Deckel1N16.1.4.3
abnehmbarer Deckel1N2
2. HolzfässerC. Naturholzmit Spund2C16.1.4.6
abnehmbarer Deckel2C2
3. KanisterA. Stahlnicht abnehmbarer Deckel3A16.1.4.4
abnehmbarer Deckel3A2
B. Aluminiumnicht abnehmbarer Deckel3B16.1.4.4
abnehmbarer Deckel3B2
H. Kunststoffnicht abnehmbarer Deckel3H16.1.4.8
abnehmbarer Deckel3H2
4. KistenA. Stahl4A6.1.4.14
B. Aluminium4B6.1.4.14
C. Naturholzeinfach4C16.1.4.9
mit staubdichten Wänden4C2
D. Sperrholz4D6.1.4.10
F. Holzfaserwerkstoff4F6.1.4.11
G. Pappe4G6.1.4.12
H. KunststoffSchaumstoffe4H16.1.4.13
starre Kunststoffe4H2
5. SäckeH. Kunststoffgewebeohne Innenauskleidung
oder Beschichtung5H16.1.4.16
staubdicht5H2
wasserbeständig5H3
H. Kunststofffolie5H46.1.4.17
L. Textilgewebeohne Innenauskleidung oder Beschichtung5L16.1.4.15
staubdicht5L2
wasserbeständig5L3
M. Papiermehrlagig5M16.1.4.18
mehrlagig, wasserbeständig5M2
6. Kombinations- verpackungenH. Kunststoffgefäßin einem Fass aus Stahl6HA16.1.4.19
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Stahl6HA26.1.4.19
in einem Fass aus Aluminium6HB16.1.4.19
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Aluminium6HB26.1.4.19
in einer Kiste aus Naturholz6HC6.1.4.19
in einem Fass aus Sperrholz6HD16.1.4.19
in einer Kiste aus Sperrholz6HD26.1.4.19
in einem Fass aus Pappe6HG16.1.4.19
in einer Kiste aus Pappe6HG26.1.4.19
in einem Fass aus Kunststoff6HH16.1.4.19
in einer Kiste aus starrem Kunststoff6HH26.1.4.19
P. Gefäß aus Porzellan, Glas oder Steinzeugin einem Fass aus Stahl6PA16.1.4.20
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Stahl6PA26.1.4.20
in einem Fass aus Aluminium6PB16.1.4.20
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Aluminium6PB26.1.4.20
in einer Kiste aus Naturholz6PC6.1.4.20
in einem Fass aus Sperrholz6PD16.1.4.20
in einem Weidenkorb6PD26.1.4.20
in einem Fass aus Pappe 6PG16.1.4.20
in einer Kiste aus Pappe 6PG26.1.4.20
in einer Aussenverpackung aus Schaumstoff6PH16.1.4.20
in einer Aussenverpackung aus strarrem Kunststoff6PH26.1.4.20
0. FeinstblechverpackungenA. Stahlnicht abnehmbarer Deckel0A16.1.4.22
abnehmbarer Deckel0A26.1.4.22
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