Gefahrgut richtig und sicher verpacken: ein kurzer Überblick

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Transportblog über Gefahrgut

Gefahrgut transportsicher verpacken

Das sichere Befördern von gefährlichen Gütern stellt hohe Anforderung an die Beteiligten Personen und das eingesetzte Material. In diesem Transport Blog Beitrag beschäftigen wir uns mit dem verpacken von Gefahrgut.

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Anforderung an eine Gefahrgutverpackung

Jeder Transport von Güter stellt besondere Anforderungen an die Verpackung und das eingesetzte Beförderungsmittel. Abhängig von der Beschaffenheit und den Eigenschaften des zu transportierenden Gutes, unterscheiden sich die Anforderungen.

Transporte mit Gefahrgut müssen nicht nur unbeschädigt ans Ziel gelangen, sondern auch sichern. Beim Befördern von gefährlichen Güter entstehen Gefahren für die Gesundheit und die Umwelt. Diese Gefahren gilt es mit absoluter Konsequenz zu minimieren.

Nicht jeder Stoff reagiert gleich oder birgt die selben Gefahren für Mensch und Umwelt. Diese Tatsache stellt sehr hohe und zugleich unterschiedliche Anforderungen und eine Gefahrgutverpackung.

Um die Sicherheit garantieren zu können, gibt es für jede Art von Gefahrgut amtlich geprüfte Verpackungen. Die für die Schweiz zuständige, höchste, amtliche Stelle, ist das Eidg. Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK).

Das Prüfverfahren wird nach der Norm ISO16106:2008„Verpackung – Verpackungen zur Beförderung gefährlicher Güter“ durchgeführt.

Das Europäische Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Strasse (kurz ADR), gibt Auskunft bezüglich der Bau- und Prüfvorschriften für Verpackungen, Grosspackmittel und Grossverpackungen und Tanks. Jede zugelassene Verpackung muss mit einem UN-Symbol versehen sein, gefolgt von einem Buchstaben- und Zahlencode.

Versandstücke (zum Versand vorbereitete Verpackungen) dürfen die Nettomasse von 400 kg nicht überschreiten. Verpackungen für flüssige Stoffe (ohne IBC und LP) dürfen einen maximalen Fassungsraum von 450 Litern nicht überschreiten. Wenn diese Grenzwerte überschritten werden, gelten sie per Definition nicht mehr als Verpackungen.

 

Gefahrgutverpackungen für flüssige Stoffe, müssen vor der Verwendung auf Ihre Dichtheit geprüft werden.

Gefahrgutverpackung

Innenverpackung, Zwischenverpackung und Aussenverpackung

Als Innenverpackung versteht sich die eigentliche Produkte Verpackung. Beispielsweise werden 6 Haarspraydosen in eine zugelassene Gefahrgutverpackung Kiste aus Pape (Karton) verpackt. Die Dosen an sich, wird als die Innenverpackung bezeichnet. Die Kiste aus Pape bildet den sichtbaren äusseren Teil der Verpackung.

Anforderungen an die Innenverpackung

An die Gefahrgut Innenverpackung werden hohe Sicherheitsanforderungen gestellt. Sie unterliegen ebenso den Prüf- und Zulassungsbedingungen wie die restlichen Gefahrgutverpackungen. Eine der Anforderungen ist das verhindern von Produkteaustritt.

Materialien wie Glas, Porzellan, Steinzeug, Ton, Metall oder Kunststoff sind die Rohstoffe für Innenverpackungen.

Gefässe aus Kunststoff müssen eine Dicke von mindestens 0.2 mm aufweisen. Um den Bestimmungen zur Beförderung von flüssigen Stoffen gerecht zu werden. Gefahrgutverpackungen aus Kunststoff dürfen grundsätzlich nicht älter als 5 Jahren sein. Aus diesem Grund wird auf jede Gefahrgutverpackung aus Kunststoff der Herstellungsmonat und das Herstellungsjahr eingeprägt.

Jede Innenverpackung muss in eine sicher in eine Zwischenverpackung verpackt werden. Hohlräume sind mit Verwendung von Polstermaterial zu füllen. Die Zwischenverpackung wiederum wird in eine Aussenverpackung gelegt. Bei flüssigen Stoffen muss die Zwischenverpackung oder die Aussenverpackung genügen saugfähiges Material enthalten, um den gesamten Inhalt der Innenverpackung aufzunehmen.

Gefahrgutverpackung – Verpackungsarten Begriffserklärung 

Fass:

Zylindrische Verpackung aus Metall, Pappe, Kunststoff, Sperrholz oder einem anderen geeigneten Stoff. Der Boden ist flach oder gewölbt. Unter diesen Begriff fallen auch Verpackungen anderer Form. Beispiel runde Verpackungen mit kegelförmigem Hals oder eimerförmige Verpackungen. Nicht unter diesen Begriff fallen Holzfass und Kanister.


Feinstblechverpackung:

Verpackung mit rundem, elliptischem, rechteckigem oder mehreckigem Querschnitt (auch konisch). Weiter fallen auch Verpackung mit kegelförmigem Hals oder eimerförmige Verpackung aus Metall mit einer Wanddicke unter 0,5 mm (z.B. Weißblech) in diese Rubrik.  Der Boden kann flach oder gewölbt sein, mit einer oder mehreren Öffnungen. Sofern Sie nicht unter die Begriffsbestimmung für Fass oder Kanister fällt.


Grossverpackung Grosspackmittel:

Eine aus einer Aussenverpackung bestehende Verpackung, die Gegenstände oder Innenverpackungen enthält,

a) für eine mechanische Handhabung ausgelegt ist und

b) eine Nettomasse von mehr als 400 kg oder einen Fassungsraum von mehr als 450 Liter, aber ein Höchstvolumen von 3,0 m3; hat.


IBC:

siehe Grosspackmittel.


Kanister:

Verpackung aus Metall oder Kunststoff von rechteckigem oder mehreckigem Querschnitt mit einer oder mehreren Öffnungen.


Kiste:

Rechteckige oder mehreckige vollwandige Verpackung. Die kann aus Metall, Holz, Sperrholz, Holzfaserwerkstoff, Pappe, Kunststoff oder einem anderen geeigneten Werkstoff bestehen. Sofern die Unversehrtheit der Verpackung während der Beförderung nicht gefährdet wird, dürfen kleine Öffnungen angebracht werden. Beispielsweise um die Handhabung oder das Öffnen zu erleichtern.


Kombinations-IBC mit Kunststoff-Innenbehälter:

Ein IBC, der aus einem Rahmen in Form einer starren äußeren Umhüllung um einen Kunststoff-Innenbehälter besteht.  Er ist so ausgelegt, dass der Innenbehälter und die äußere Umhüllung eine untrennbare Einheit bilden. Die als solche gefüllt, gelagert, befördert oder entleert wird.


Kombinationsverpackung (Kunststoff):

Aus einem Kunststoffinnengefäß und einer Außenverpackung (aus Metall, Pappe, Sperrholz usw.) bestehende Verpackung. Nach dem Zusammenbau bilden Sie eine untrennbare Einheit. Mit der gelagert, transportiert, befüllt oder entleert werden kann.


Kombinationsverpackung (Glas, Porzellan oder Steinzeug):

Aus einem Innengefäss aus Glas, Porzellan oder Steinzeug und einer Aussenverpackung (aus Metall, Holz, Pappe, Kunststoff, Schaumstoff usw.) bestehende Verpackung. Wird dar Innengefäss mit der Aussenverpackung verbunden, bilden Sie eine untrennbare Einheit. Diese Einheit ist zum befüllen, lagern, befördern und entleeren geeignet.

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Gefahrgut Verpackungsgruppen

Gefahrgüter werden in drei Verpackungsgruppen eingeteilt, nämlich (römisch) I, II und III. Die Einteilung der Güter erfolgt, nach der vom Stoff auszugehender Gefahr. Gefahrgut mit einem hohen Gefahren Risiko werden der Verpackungsgruppe I zugeordnet. Gefahrgut von dem ein verhältnismässig geringes Risiko ausgeht ist in der Verpackungsgruppe III zugeordnet.

Verpackungsgruppe I = hohe Gefahr

Verpackungsgruppe II = mittlere Gefahr

Verpackungsgruppe III = geringe Gefahr

Gefahrgutverpackung – Gruppeneinteilung

Gefahrgutverpackungen werden wie das Gefahrgut in drei Gruppen unterteilt. Anders als beim Gefahrgut werden die Gefahrgutverpackungen in Gruppen mit Buchstaben (X,Y,Z) unterteilt. Eine Gefahrgutverpackung mit dem Buchstaben X ist für die Aufnahme von hohen Gefahren zugelassen. Ein Z bedeutet, dass die Gefahrgutverpackung nur zur Aufnahme von geringen Gefahren zugelassen ist. Mit einer Gefahrgutverpackung die für hohe Gefahren (X) zugelassen ist, können Güter der Verpackungsgruppe I,II und II befördert werden. Eine Z Gefahrgutverpackung kann nur Gefahrgüter der Verpackungsgruppe III aufnehmen.

X= Aufnahme von hohen Gefahren

Y= Aufnahme mittleren Gefahren

Z= Aufnahme von geringen Gefahren

 

Lithium Batterien verpacken

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UN-Code Erklärung

Code Bezeichnung der Verpackung
UN-Symbol United Nations (Vereinte Nationen)
4G United Nations (Vereinte Nationen)
Y Y steht für die Verpackungsgruppe II und III
4 soviel darf das Packstück max. in kg Brutto wiegen
S solid - für Feststoffe oder für die Aufnahme von Innenverpackungen
2017 Herstellungsjahr
CH Länderkürzel- hier wurde die Verpackung geprüft und zugelassen.
SwissTS Prüfstelle
4206786-BOU Zulassungsnummer des Herstellers

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Umverpackung ADR 1.2.1

Als Umverpackung wird eine Umschliessung, die für die Aufnahme von einem oder mehreren Versandstücken und für die Bildung einer Einheit zur leichteren Handhabung und Verladung während der Beförderung verwendet wird bezeichnet.

Beispiel: mehrere Versandstücke werden auf einer Palette mit einer Schrumpffolie gesichert. Versandstücke die unter die Vorschriften ADR fallen, also Gefahrgut, dürfen mit Versandstücken die nicht unter der Regeln ADR stehen gemischt werden, sofern Sie nicht gegen das zusammenladeverbot oder andere Vorschriften verstossen.

Umverpackungen sind mit allen UN-Nummern, Gefahrzetteln und mit der Beschriftung „Umverpackung“ zu kennzeichnen. Ausgenommen alle Kennzeichen bleiben sichtbar. Zusätzlich müssen Umverpackungen mit den Hinweispfeilen „Oben“ an zwei gegenüberliegenden Seiten gekennzeichnet werden, sofern die die Hinweispfeile an den Versandstücken oder die Verschlüsse nicht sichtbar bleiben.

Verpackungsart Werkstoff Kategorie Code ADR
1. Fässer A. Stahl nicht abnehmbarer Deckel 1A1 6.1.4.1
abnehmbarer Deckel 1A2
B. Aluminium nicht abnehmbarer Deckel 1B1 6.1.4.2
abnehmbarer Deckel 1B2
D. Sperrholz 1D 6.1.4.5
G. Pappe 1G 6.1.4.7
H. Kunststoff nicht abnehmbarer Deckel 1H1 6.1.4.8
abnehmbarer Deckel 1H2
N. Metall, außer Stahl oder Alu. nicht abnehmbarer Deckel 1N1 6.1.4.3
abnehmbarer Deckel 1N2
2. Holzfässer C. Naturholz mit Spund 2C1 6.1.4.6
abnehmbarer Deckel 2C2
3. Kanister A. Stahl nicht abnehmbarer Deckel 3A1 6.1.4.4
abnehmbarer Deckel 3A2
B. Aluminium nicht abnehmbarer Deckel 3B1 6.1.4.4
abnehmbarer Deckel 3B2
H. Kunststoff nicht abnehmbarer Deckel 3H1 6.1.4.8
abnehmbarer Deckel 3H2
4. Kisten A. Stahl 4A 6.1.4.14
B. Aluminium 4B 6.1.4.14
C. Naturholz einfach 4C1 6.1.4.9
mit staubdichten Wänden 4C2
D. Sperrholz 4D 6.1.4.10
F. Holzfaserwerkstoff 4F 6.1.4.11
G. Pappe 4G 6.1.4.12
H. Kunststoff Schaumstoffe 4H1 6.1.4.13
starre Kunststoffe 4H2
5. Säcke H. Kunststoffgewebe ohne Innenauskleidung
oder Beschichtung 5H1 6.1.4.16
staubdicht 5H2
wasserbeständig 5H3
H. Kunststofffolie 5H4 6.1.4.17
L. Textilgewebe ohne Innenauskleidung oder Beschichtung 5L1 6.1.4.15
staubdicht 5L2
wasserbeständig 5L3
M. Papier mehrlagig 5M1 6.1.4.18
mehrlagig, wasserbeständig 5M2
6. Kombinations- verpackungen H. Kunststoffgefäß in einem Fass aus Stahl 6HA1 6.1.4.19
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Stahl 6HA2 6.1.4.19
in einem Fass aus Aluminium 6HB1 6.1.4.19
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Aluminium 6HB2 6.1.4.19
in einer Kiste aus Naturholz 6HC 6.1.4.19
in einem Fass aus Sperrholz 6HD1 6.1.4.19
in einer Kiste aus Sperrholz 6HD2 6.1.4.19
in einem Fass aus Pappe 6HG1 6.1.4.19
in einer Kiste aus Pappe 6HG2 6.1.4.19
in einem Fass aus Kunststoff 6HH1 6.1.4.19
in einer Kiste aus starrem Kunststoff 6HH2 6.1.4.19
P. Gefäß aus Porzellan, Glas oder Steinzeug in einem Fass aus Stahl 6PA1 6.1.4.20
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Stahl 6PA2 6.1.4.20
in einem Fass aus Aluminium 6PB1 6.1.4.20
in einem Verschlag oder einer Kiste aus Aluminium 6PB2 6.1.4.20
in einer Kiste aus Naturholz 6PC 6.1.4.20
in einem Fass aus Sperrholz 6PD1 6.1.4.20
in einem Weidenkorb 6PD2 6.1.4.20
in einem Fass aus Pappe 6PG1 6.1.4.20
in einer Kiste aus Pappe 6PG2 6.1.4.20
in einer Aussenverpackung aus Schaumstoff 6PH1 6.1.4.20
in einer Aussenverpackung aus strarrem Kunststoff 6PH2 6.1.4.20
0. Feinstblechverpackungen A. Stahl nicht abnehmbarer Deckel 0A1 6.1.4.22
abnehmbarer Deckel 0A2 6.1.4.22
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