Transportanforderung „Begrenzte Menge“ (LQ)

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Transportanforderungen an den Versand von LQ Sendungen

Anforderung an den Transport von gefährlichen Gütern mit der Versandart „Begrenzte Menge“

Rechtliche Grundlage für Transporte von Gefahrgut: das ADR

Speditionen und Kurierdienste erhalten immer wieder Aufträge, Kartons oder Paletten mit gefährlichen Gütern zu transportieren. Darunter versteht man solche Waren, von denen Gefahren für den Transporteur selbst oder bei Unfällen auch für die Umwelt entstehen können. Hier drohen nicht nur erhebliche Verschmutzungen der Luft, des Bodens und Wassers, auch Retter oder Helfer sind gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgesetzt. Medikamente gehören zu diesen gefährlichen Stoffen, aber auch Säuren, Farben und Lacke und andere Chemikalien oder auch in Flaschen abgefüllte Gase. Für ihre Beförderung sind besondere Vorschriften einzuhalten. Eine von ihnen ist das „Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“, kurz ADR genannt. Zu den Sicherheitsmassnahmen für den Transport von Gütern, die als gefährlich gelten, gehören ihre ordnungsgemäße Kennzeichnung sowie besondere Verpackungsformen. Außerdem müssen Transporteure, also die Unternehmen sowie der Fahrer selbst, besonders sorgfältig im Umgang mit Gefahrstoffen und deren Verpackungseinheiten geschult sein. In jedem Transportbetrieb muss ein Gefahrgutbeauftragter tätig werden. Das ADR regelt aber auch, unter welchen Umständen Gefahrgutfahrten von seinen sehr strikten Regelungen befreit sind. Darunter fallen zum Beispiel Transporte mit der Versandart „Begrenzte Menge LQ“.

Die Freistellung für den Transport von Gefahrgütern mit „limited quantities“ laut ADR

Die Auflistung der gefährlichen Güter, deren Beförderung im Straßenverkehr in begrenzter Menge erlaubt wird, findet sich im Kapitel 3.2 der ADR. Alle Details dazu stehen dann im Kapital 3.4. Befördert werden dürfen diese Güter, wenn

  • Verpackungen mit einer vierstelligen Kennzeichnungsnummer und dem Hinweise „LQ“ versehen sind
  • außen Hinweise auf die korrekte Lagerung angebracht sind: Ausrichtungspfeile auf zwei gegenüberliegenden Seiten
  • zusammengesetzte Verpackungen mit einem maximalen Gewicht von 30kg oder Trays mit Schrumpf- oder Dehnfolie mit maximal 20kg Gewicht genutzt werden
  • die Vorschriften zur Ladungssicherung genau eingehalten werden
  • die Bestimmungen für Tunneldurchfahrten beachtet werden

Erleichterung des Gütertransportes bei begrenzter Menge

Werden die im ADR genannten Höchstmengen während des Transportes der gefährlichen Güter nicht überschritten, so werden keine separaten Beförderungspapiere benötigt. Auch eine spezielle ADR-Schulung für die Fahrzeugführer, eine Zulassung des Fahrzeugs für den Gefahrguttransport sowie eine besondere Haftpflichtversicherung mit höheren Versicherungssummen sind nicht erforderlich. Fahrzeuge brauchen auch nicht mit orangenen Tafeln gekennzeichnet werden. Dabei ist die Gesamtmenge der Stoffe pro Fahrzeuge (oder Fahrzeugkombination) nicht limitiert. Baumustergeprüfte Verpackungen sind nicht vorgeschrieben.

Für die vorgeschriebene Kennzeichnung der Materialien ist der Absender verantwortlich, doch mit der Übernahme der Ware übernimmt der Spediteur die besonderen Pflichten während des Versands. Für den Umgang mit gefährlichen Gütern mit begrenzter Menge haben sich Checklisten im Transportgewerbe bewährt. Anregungen dazu und viele weitere Informationen zu Gefahrguttransporten gibt ein erfahrener Gefahrgutbeauftragter jedem Unternehmen. Für eine Gefahrgutberatung lässt sich schnell ein Termin vereinbaren, damit im Ernstfall niemand Schaden nimmt.

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