Winterzeit – Sind Winterreifen und Schneeketten Pflicht?

Ausnahmefahrzeuge und Ausnahmetransporte – Teil 2: Die Vorbereitung
12. November 2019
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Winterzeit – Sind Winterreifen und Schneeketten Pflicht?

Winterreifen für mehr Sicherheit

In jedem Jahr kommt sie, die kalte Jahreszeit und mit ihr auch immer mal wieder Schnee, Eis und Matsch. Damit die Verkehrssicherheit gewährleistet werden kann, haben einige Länder die gesetzliche Pflicht eingeführt, Motorwagen mit Winterreifen, meistens in einem Zeitraum von November bis April, auszustatten. Als Winterreifen gelten in der Regel M+S-Reifen („Matsch und Schnee“, bzw. aus dem englischen „Mud and Snow“) und Reifen mit dem Schneeflockensymbol. Die Mindestprofiltiefe muss 1,6 mm aufweisen. Allerdings ist zu beachten, dass die speziellen Fahreigenschaften der Winterreifen bereits ab 4 mm deutlich nachlassen. Aus diesem Grund ist ein vorzeitiger Austausch empfehlenswert.

In der Schweiz existiert allerdings eine solche Pflichtvorschrift, für die Nutzung von Winterreifen, nicht. Es kann aber dennoch nicht einfach mit Sommerreifen weitergefahren werden, denn indirekt gibt es doch eine Regelung. Das Straßenverkehrsgesetz verpflichtet den Fahrzeugführer dazu, das Fahrzeug ständig so beherrschen zu können, dass er seinen Vorsichtspflichten nachkommen kann. Diese Vorschrift beinhaltet nicht nur den geistigen und körperlichen Zustand des Fahrers, sondern auch den Zustand und die Ausstattung des Fahrzeuges. Insofern sind Winterreifen in den entsprechenden Situationen aufzuziehen.

Doch neben der Ausrüstung von Winterreifen gehört auch das Mitführen von passenden Schneeketten dazu.

Wie werden Schneeketten montiert?

Ist es entweder durch das Signal oder durch die winterlichen Straßenverhältnisse notwendig Schneeketten aufzuziehen, dann sollte im besten Fall ein Parkplatz angefahren werden. Hier ist die Montage gefahrloser. Sollte es keinen geeigneten Platz geben, muss die Montage am Straßenrand erfolgen. Es ist das Warnblinklicht einzuschalten, Pannensignal aufzustellen und die Warnweste anzuziehen.

Bei Motorfahrzeugen mit einer Luftfederung ist diese auf das höchste Niveau anzuheben. Nun müssen die Schneeketten den entsprechenden Reifen zugeordnet und daneben ausgelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Innenseite außen liegt. Anschließend werden die Ketten mit der Innenseite zuerst über das Rad gelegt. Spannhebel, -feder und -kette befinden sich nach dem Vorgang an der Außenseite des Rads.

Nun muss das Fahrzeug langsam bewegt werden, damit sich die Räder um einen Viertel drehen und somit auf den Ketten stehen.

Anschließend müssen die Verschlusshaken mit dem entsprechenden Kettenglied oder direkt am Ring eingehängt werden. Mit dem Spannhebel wird letztendlich die Kette festgezogen und in das nächstgelegene Kettenglied eingeführt sowie am Ring gesichert.

Das freie Kettenende ist auf der entgegensetzen Seite mit einem Karabinerhaken zu befestigen. Achten Sie nach der Montage und gegebenenfalls dem Absenken der Luftfederung darauf, dass die Schneeketten keine Fahrzeugteile streifen können. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Fahrzeug beschädigt wird.

Der letzte Check und ein Nachspannen der Schneeketten erfolgt nach ein paar Metern Fahrt. Die Höchstgeschwindigkeit mit aufgezogenen Schneeketten beträgt übrigens 50 km/h.

Nachdem die Straßenverhältnisse wieder besser geworden sind, sind auch die Schneeketten wieder zu entfernen. Hierzu wird in umgekehrter Reihenfolge demontiert. Erst die Sicherungen lösen und dann die Schneeketten vom Reifen ziehen. Nachdem das Fahrzeug von den Ketten gefahren wurde, können diese wieder verstaut werden. Allerdings sollte daran gedacht werden, diese im Betrieb zu reinigen und auf Schäden zu prüfen. So sind sie für den nächsten Gebrauch wieder einsatzfähig und halten deutlich länger.

Welche weiteren Arten von Schneeketten sind erlaubt?

Aus den Vorschriften der Signalisationsverordnung ergeht grundsätzlich eine Montage von Schneeketten aus Metall. Doch können von der ASTRA auch ähnliche Vorrichtungen aus anderen Materialien bewilligt werden. Hierzu gehören beispielsweise die Trak-Schneeketten. Vorteil dieser Ketten ist die einfachere Anbringung durch vormontierte Verankerungsringen. Nach dem Anlegen der Trak-Schneeketten und dem ersten Anfahren, ziehen sich die Ketten automatisch auf das Rad auf. Die Höchstgeschwindigkeit mit aufgezogenen Trak-Schneeketten beträgt ebenfalls 50 km/h.

Des Weiteren gibt es die sogenannten Schleuderketten. Hierbei wird ein Gummireibrad an der Innenseite des Rades gedrückt und die daran befestigten Kettenteile während der Fahrt vor die Reifen geschleudert. Allerdings kann dieses System nicht bei Neuschnee eingesetzt werden. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt maximal 40 km/h.

Gut gerüstet durch den Winter

Eine gute Vorbereitung auf den Winter und die richtige Ausrüstung der Motorfahrzeuge ist immens wichtig für den reibungslosen Ablauf der Transportfahrten. Aus diesem Grund sollten insbesondere Unternehmer nicht warten, bis der erste Schnee fällt. Des Weiteren sollten alle Fahrzeugführer in der Montage der Schneeketten und der geänderten Fahreigenschaften geschult sein. Nutzen Sie hierzu unser Fortbildungsprogramm. Unser erfahrenes Team steht für Sie bereit.

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